Guten Tag , Hier geht es um die Nutria Familie bestehend aus 8 putzigen Tierchen! Die Tiere sollen laut der Stadt Bad Münstereifel getötet werden weil sie angeblich eine Bedrohung für die Historischen Mauern von der Stadt sind und sie den Lebensraum der hier Heimischen Tiere einnehmen. Dies ist sogar beschlossen worden und die Tiere sind theoretisch zum Abschuss freigegeben! Die besagte Nutria Familie lebt hier in Münstereifel schon eine geraume Zeit ohne jemals auffällig geworden zu sein . Es stellt sich für mich und viele andere Menschen hier nun die Frage :“ wer hat das Recht über das Leben anderer Tiere und Lebewesen zu urteilen ! Wer bestimmt über Leben und Tod ?“

Wir wollen erreichen das es eine andere Akzeptablere Lösung gibt als diese wunderschönen friedlichen Tiere zu töten !!!

Begründung:

Trotz mehrfacher Versuche der ortsnahen TSV und Vorschläge zwecks Kastration und der Anliegen der Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt, wird darauf bestanden das die Tiere getötet werden sollen und sich auf haltlose Spekulationen verlassen! Sie sollen beispielsweise das Gemäuer zerstören bzw. Beschädigen usw. Stoppen Sie bitte den Wahnsinn und lassen Sie diese friedlichen Tiere leben bitte Frau Bürgermeisterin fassen sie sich ein Herz und überdenken diese Entscheidung.

1. Sie stammen zwar ursprünglich aus Südamerika, füllen aber hier eine ökologische Nische aus.(SCHRÖPFER & STUBBE 1992)

D.h. sie verdrängen keine einheimische Art, weder in der Tier- noch in der Pflanzenwelt.

2. Die Nutrias gelten lt. offizieller Definition als eingebürgerte Art.

Die ersten freilebenden Nutrias wurden bereits zwischen 1880-1890 in Deutschland beobachtet.

(KINZELBACH 2002)

( also schon vor mehr als 130 Jahren ! )

3. Es sind sehr friedliebende Tiere, die in Harmonie mit den anderen Wasserbewohnern, wie z.B. Enten leben.

4. Die Nutrias verdrängen sowohl Ratten, als auch Bisam ( Bisamratten ) in ihrem Territorium.

(KINZELBACH 2002,JOHANSHON & STRAUSS 2006,ZAHNER 2004)

Der Bisam ( aus Nordamerika stammend ) wird aufgrund seiner starken Wühltätigkeit und umfangreichen Höhlensystemen aus wasserwirtschaftlicher Sicht als „schädlich eingestuft.

5. Die Eingänge ihrer Höhlen liegen oberhalb der Wasserlinie, das bedeutet, daß sie insofern keinen Einfluss auf den Wasserstand haben ( bei normalen Wasserstand ).

6. Die Nutrias halten die Uferbereiche von übermäßigen Bewuchs frei.

Im Münsterland wurden sie dort deswegen speziell angesiedelt.

Andernorts siedelten sich dadurch wieder seltene Vogelarten an, die nun optimale Brutbedingungen hatten.

Ebenso steht die Wasserpest ( Eldodea ) auf ihrem Speiseplan, die ja in einigen Gewässern als problematisch gesehen, und deswegen immer wieder aufwändig vom Menschen entfernt wird.

7. Sie verbessern die Wasserqualität u.a. indem sie durch Verbiss der Vegetation den Sauerstoffgehalt erhöhen (EHRLICH).

8. Die Anwesenheit von Nutrias erhöht die Fischbestände.

“ EHRLICH (1964) beobachtete in Polen, dass der Karpfenertrag in Teichen, an denen Nutrias ausgesetzt worden waren, bis zum Sechsfachen ( ! ) anstieg. Für die Ursache hält er, dass die Nutrias die Bestände der Überwasservegetation verbissen haben und so den Lebensraum der Karpfen veränderten.

EHRLICH und JEDYNAK (1962) beobachteten ebenfalls einen Anstieg der Fischpopulation in einem Teich in Polen, der mit Nutrias besetzt worden war. Hierbei handelte es sich um Barsche

( Perca fluviatilis ), Rotaugen ( Rutilus rutilus ), Hechte ( Esox lucius ) und Schleien ( Tinca tinca ).

In den Lichtungen beobachtete der Autor eine dichte Anhäufung von Chironomiden-Larven und Zooplankton, die einerseits ein Nachweis für günstige Sauerstoffverhältnisse sind und andererseits als Nahrungsquelle für Fische dienen.

In diesem Fall förderten die Nutrias Fische, indem sie günstige Lebensbedingungen wie ein erhöhtes Nahrungsangebot für diese schufen. “

Quelle

Die Nutria (Myocastor coypus MOLINA 1782) in Deutschland

Ökologische Ursachen und Folgen der Ausbreitung einer invasiven Art/ C.Biela, Diplomarbeit 2008

9. Nutrias sind sehr friedliche Tiere, selbst wenn sie sich bedroht fühlen, flüchten sie, wenn sie können, anstatt anzugreifen.

Geschichten von aggressiven Nutrias sollte man stets kritisch hinterfragen, denn es ist wahrscheinlich, daß das Nutria nur angegriffen hat, weil es Todesangst hatte und keine andere Möglichkeit gesehen hat, sein Leben zu retten. Welches aber eine völlig normale und nachvollziehbare Reaktion ist.

10. Ihren Kot geben sie in der Regel ( außer bei Stress und Angst ) im Wasser ab ( Daniel Scheide/ SCHMIDT 2001 ), d.h. man braucht in öffentlichen Parkanlagen nicht die “ Befürchtung “ haben, daß die Wiesen und Wege verschmutzt werden.

11. Nutrias übertragen keine speziellen Krankheiten, weder auf den Menschen, noch auf andere Tiere.

Das zeigen tiefgehende veterinärepidemiologische Untersuchungen (VENTURINI). Das Argument, Nutrias würden Leptospirose übertragen, ist so nicht richtig. Die Gefahr sich mit dieser Krankheit anzustecken, ist bei anderen Wild- wie auch Haus- und Hoftieren wesentlich größer. In der Regel

erkranken nur Menschen daran, die entweder massiv dem ausgesetzt sind, oder selber eine sehr schlechte Abwehrlage haben.

Für Menschen ist es gefährlicher einen öffentlichen Platz mit Menschen aufzusuchen, als sich in nächster Nähe zu einem Nutria zu befinden.

12. Im Allgemeinen regulieren die Nutrias über ihre eigene Geburtenkontrolle ( Aborte, Resorption der Föten ) ihren Bestand selbst, auf der Grundlage der Umweltressourcen, die ihnen zur Verfügung stehen, und neigen zum ökologischen Gleichgewicht im Verhältnis zu der Tragfähigkeit des Territoriums. (VENTURINI)

13. Nutrias sind sehr menschenbezogen und können sehr zutraulich werden.

Das liegt wohl mit darin begründet, daß sie in ihrem Heimatland auch schon immer als Haustiere gehalten wurden, und an ihrer nahen Verwandtschaft zu den Meerschweinchen, die ebenfalls als sehr menschenbezogen gelten.

14. Nutrias rufen, bei Kinder aber auch Erwachsenen, regelmäßig Begeisterung hervor, und wir sollten dankbar sein, noch solche Tiere zu haben, mit denen es möglich ist in Kontakt zu treten und so einen Zugang zur Natur zu finden.

Viele Menschen besuchen extra bestimmte Parkanlagen oder Städte, eigens um dann dort die Nutrias zu sehen.

So werden in einigen Städten in Deutschland und Italien die Nutrias sogar touristisch vermarktet.

15. Sie wurden damals von den Menschen hier eingeführt, für ihr Fell, ihr Fleisch, zur Gewässerpflege und teils auch zur Bejagung.

 

Kein Nutria ist den weiten Weg von Südamerika freiwillig hierher gekommen. Jahrzehntelang wurden sie von den Menschen ausgenutzt.

Warum sollte man sie jetzt nicht einfach mal in Frieden leben lassen ?

und zu guter Letzt …

Jedes Lebewesen hat seine Daseinsberechtigung und ein Recht zu leben. Der Mensch nimmt täglich, überall auf der Welt den Tieren ihren Lebensraum, indem die Natur zerstört wird. Täglich werden unzählige Tiere für und wegen dem Menschen getötet. Es ist die Frage, ob dies immer so notwendig und unablässig ist, oder ob man nicht auch einen anderen Weg einschlagen kann.

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