Obwohl mein Bus von Granada nach Cordoba erst um 11 Uhr abfuhr, stand ich früh auf, packte meine Sachen zusammen und verließ die Pension schon gegen 8 Uhr. Ich wollte noch in Ruhe einen Cappuccino am Plaza Bib-Rambla genießen und die Leute auf dem Weg zur Arbeit beobachten. Aus dem einen wurden dann zwei. Ich hatte Granada echt lieb gewonnen und wollte nicht so recht wieder los. Andererseits freute ich mich natürlich auf Cordoba.

Diesmal war ich klüger als bei der Ankunft in Granada. Ich nahm direkt ein Taxi zum Busbahnhof. Dort war noch Zeit für ein Frühstück. Ich bestellte mir ein “Bocadillo Asturiana”. Ein mit Thunfisch, Sardellen, Zwiebeln und schwarzen Oliven belegtes Baguette. Gut war es.

Frühstückshof der Pension.

Die Busfahrt nach Cordoba dauerte etwa 3 Stunden. Der Busbahnhof lag gleich gegenüber von dem Zugbahnhof. Gut zu wissen, denn zwei Tage später würde ich mit dem Zug nach Sevilla weiterfahren. Auf dem Weg zu meiner Pension musste ich durch einen schönen Park laufen, bis ich an ein altes Stadttor kam, durch das ich in die Altstadt gelangte. Die Pension war nur wenige Minuten von diesem Tor entfernt und diesmal ganz leicht zu finden. Im Gegensatz zum Zimmer in Granada war ich voll begeistert. Alleine schon der Innenhof mit all seinen Blumen war wunderschön. Das Zimmer hatte ein eigenes Bad, ein großes Bett, Klimaanlage und ein Fenster nach außen. Nachts konnte ich von dort die beleuchtete Mezquita sehen. Ich kann die Pension The Dreamers & Co wirklich wärmstens empfehlen, falls ihr mal in Cordoba seid.

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Als Erstes ging ich kalt duschen. Es war wahnsinnig heiß hier. Über 40 Grad. Dann machte ich mich sofort auf den Weg zu einer ersten Erkundung der Stadt. Da es noch früher Nachmittag war, waren die engen Gassen fast alle wie leer gefegt. Die Leute hielten Siesta und hatten Recht damit. Nur ein irrer deutscher Fotograf wagte sich in der Hitze raus. Als ich jedoch die Geschäftsgassen erreichte sah ich dann doch ein paar andere Menschen. Der Geruch von Tee und Gewürzen kam mir entgegen. Beides wurde hier offen verkauft. Eine schöne bunte Mischung.

Kurz darauf gelangte ich dann an den großen Platz, auf dem die imposante Mezquita steht. Die Mezquita ist seit der Wiedereroberung Andalusiens durch die Christen von den Mauren eine römisch-katholische Kathedrale. Ihren Weltruhm erreichte sie aber durch die arabischen Bauelemente. Ich ging in den Hof der Mezquita, der mit vielen, Schatten spendenden Bäumen bepflanzt war. Ein schöner Brunnen war auch dort. Ich setzte mich auf eine kleine Mauer im Schatten und beobachtete die Leute. Menschen aus aller Welt waren vertreten. Was mich besonders freute, war, dass Christen und die vielen muslimischen Besucher, deren Frauen ich an den Burkhas erkannte, hier absolut friedlich beisammen waren und dieses architektonische Wunderwerk bestaunten. Schon in Granada hatte ich mir gedacht, dass man doch so viel voneinander lernen könnte.

Mein weiterer Weg führte mich hinunter zum Rio Guadalquivir. Der Fluss ist der fünftlängste Fluss in Spanien und der längste Fluss Andalusiens. Zugleich ist er auch der einzige schiffbare Fluss Spaniens. Heute können Hochseeschiffe bis Sevilla fahren, früher ging das auch bis Cordoba. Die Brücke über den Fluss war sehr beeindruckend und auch der Torbogen davor.

Ich streifte mehrere Stunden durch die Gassen der Stadt, bis ich richtig Hunger bekam. Ein frühes Abendessen ist in Spanien gar nicht so einfach zu bekommen. Schließlich wurde ich am Plaza de las Tendillas fündig. Das Essen im Restaurante La Nueva Malagena war so gut, dass ich am nächsten Tag gleich noch einmal hin ging. Als Vorspeise gönnte ich mir einen Russischen Salat (Kartoffelsalat mit Thunfisch und ein paar Krabben oben drauf) und als Hauptspeise, auf Empfehlung des Obers, Riba de Torro (Ochsenschwanz). Ich war absolut begeistert davon. Geschmacklich und auch von der Riesenportion.

Blick auf den Innenhof der Pension.

Die Fahrt, die Hitze und mein voller Magen sorgten dafür, dass ich mich auf den Rückweg zur Pension machte. Nicht ohne unterwegs noch zwei Calippo Erdbeer zu essen und mir noch zwei Flaschen eiskaltes Wasser zu besorgen. Mein Wasserbedarf in der Hitze lag bis 6-9 Litern pro Tag.

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